Ingwer - Wirkung gegen Schmerzen und Krebs

Ingwer bei Übelkeit und Gelenkschmerzen

Während die Schulmedizin erst jetzt damit begonnen hat, die medizinischen Eigenschaften von Ingwer zu erforschen, setzen traditionelle chinesische, indische (Ayurveda) und japanische Heiler schon seit annähernd 3000 Jahren die Wurzel der tropischen Staude nicht nur bei Schmerzen ein, sondern gleich bei einer ganzen Reihe der unterschiedlichsten Beschwerden. Dazu gehören Erbrechen und Übelkeit, Übelkeit auf Reisen (Seekrankheit), chronischer Husten, Übelkeit während der Schwangerschaft, Magen-Darm-Beschwerden und Migräne. Auch bei rheumatischen Gelenkbeschwerden wie Arthritis und Arthrose kann Ingwer hilfreich sein.

Ingwer wirkt wie Schmerzmittel – nur ohne deren Nebenwirkungen

Die bisher veröffentlichten Studien haben gezeigt, dass Ingwer entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzt, die denen der nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamente in nichts nachstehen. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass Ingwer weder Magen-Darm-Blutungen noch Geschwüre verursachen kann. So ergab eine Studie, dass bei Menschen mit Arthrose im Knie die Einnahme von täglich 30 bis 500 Milligramm Ingwer für 4 bis 36 Wochen Knieschmerzen erfolgreich reduzierte.

Ob roh oder gekocht – Ingwer hilft bei Muskelschmerz

Wissenschaftler der Universität von Georgia und der Georgia College und State University (GCSU) führten einen interessanten Versuch durch. Sie teilten 74 Studenten in drei Gruppen ein. Einer Gruppe wurde roher Ingwer verabreicht, eine Gruppe erhielt erhitzten Ingwer und die dritte Gruppe bekam ein Placebopräparat. Dann mussten die Freiwilligen eine Menge ausgefallener Körperübungen machen, um Muskelschmerzen zu erzeugen. An den elf folgenden Tagen, in denen sie regelmässig Ingwer bzw. das Placebopräparat nahmen, wurden sie bezüglich ihrer Schmerzen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen, die Ingwer eingenommen hatten, unter weniger Muskelschmerzen- und beschwerden litten als jene, die das Placebopräparat schlucken mussten. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl roher Ingwer als auch erhitzter Ingwer die Intensität der Muskelschmerzen verringern konnte. Der rohe Ingwer tat dies um 25 Prozent, der gekochte um 23 Prozent.

Ingwer verringert Übelkeit bei Chemotherapie

Übelkeit und Erbrechen macht bekanntlich Krebspatienten zu schaffen, die sich einer Chemotherapie unterziehen. In einer Studie, die im Journal Pediatric Blood and Cancer erschien, haben Forscher des All India Institute of Medical Sciences in Neu Delhi dokumentiert, dass Ingwer Übelkeit und Erbrechen bei chemotherapierten Kindern erheblich reduzieren konnte.

Ingwer schützt die Augen

Doch Schmerz und Übelkeit sind nicht die einzigen Spezialitäten der würzigen Wurzel. Neue Untersuchungen, die im Fachmagazin Molecular Vision veröffentlicht wurden, weisen darauf hin, dass Ingwer die Entwicklung von grauem Star bei Diabetikern verhindern oder verlangsamen könnte.

Heilpflanze gegen Brustkrebs

Ingwer ist eine hervorragende Quelle für stark wirksame sekundäre Pflanzenstoffe, die aus ihm eine hochkarätige Heilpflanze machen. Zu den heilsamen Substanzen des Ingwers gehören beispielsweise Gingerole, Paradole, Shogaole und Gingerone. Sie alle sind für die entzündungshemmenden, antioxidativen und krebshemmenden Wirkungen verantwortlich. In einer im Journal of Biomedicine & Biotechnology veröffentlichten Studie untersuchten saudi-arabische Forscher die Wirkung eines Rohextraktes von Ingwer auf Brustkrebszellen und deren Wachstum. Interessant war die Vielfalt der Wirkmechanismen, mit denen der Ingwer gegen die Brustkrebszellen vorging. Ingwer wirkt also auf verschiedene Arten gleichzeitig auf den Brustkrebs ein. Zurückzuführen sei dies auf die Tatsache, dass man statt isolierter Wirkstoffe den kompletten Ingwerextrakt verwendet habe, in dem das vollständige Spektrum der Ingwerinhaltsstoffe zum Tragen kommen könne, so die Wissenschaftler.

Ingwer wirkt mehrfach gegen Krebs

Zu den vielfältigen Anti-Krebs-Wirkungen des Ingwers gehört beispielsweise, dass er die Anzahl vorhandener Krebszellen in der weiblichen Brust vermindern kann, indem er die sog. Apoptose (Selbstmordprogramm) der kranken Zellen wieder aktiviert. Dies gelingt dem Ingwer u. a. dadurch, dass er die Aktivität bestimmter Proteine hemmen kann. Es handelt sich um die Proteine der Bcl-2-Familie. Sie sind besonders in Krebszellen aktiv und verhindern dort die Apoptose der Zellen. Unter der Einwirkung von Ingwer jedoch waren diese Proteine weniger aktiv, so dass Krebszellen, wie es sich für schwerkranke Zellen gehört, starben und abgebaut werden konnten. Ingwer schwächt überdies etliche Gene und Proteine, die das Krebswachstum fördern (NF-kB, Mcl-1, Survivin, Cylin D1 etc.), während er andere Gene wiederum aktiviert, die dem Fortschreiten des Krebses entgegenwirken (z. B. Pro-Apoptose-Gene, p21 etc.).

Ingwer greift Krebs an, nicht aber gesunde Zellen

Zeitgleich schädigt Ingwer nicht, wie es schulmedizinische Krebstherapien tun, gesundes Gewebe. Diese gezielte wachstumshemmende Wirkung auf lediglich erkrankte Zellen gibt es bislang bei kaum einer herkömmlichen Krebsbehandlung. Man spricht hier von selektiver Zytotoxizität, wenn also ein Mittel nur auf Krebszellen tödlich wirkt, nicht aber auf gesunde Zellen.

21.05.2018 / Dominik Arnold
Quelle: Zentrum der Gesundheit: www.zentrum-der-gesundheit.de

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