Meerrettich - Scharfe Wurzel und Antibiotikum aus der Natur

Penicillin aus dem Garten

Meerrettich enthält die Vitamine B1, B2, B6 und viel Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Die besonderen Inhaltsstoffe sind jedoch die ätherischen Senföle bzw. deren Vorstufen, die Glucosinolate* Sinigrin und Gluconasturtiin. Bei Verletzungen des Gewebes, sei es durch Pflanzenfrass oder in der Küche, entstehen durch das Enzym Myrosinase die stechend riechenden und scharf schmeckenden Senföle, die im menschlichen Körper eine breite antibakterielle Wirkung zeigen. Daher wird das natürliche Antibiotikum Meerrettich auch als «Penicillin aus dem Garten» bezeichnet.

Senföle wirken ausgezeichnet bei bakteriellen und viralen Atemwegs- und Harnwegsinfekten und haben den Vorteil, gut verträglich zu sein und keine Resistenzen zu bilden. Sie schädigen die Darmbakterien nicht  und stärken daher indirekt unsere Abwehrkräfte. Senföle töten nicht nur Bakterien und Viren, sondern wirken auch gegen Pilze (Candida-Arten) und Hefen.

Die Inhaltstoffe und deren Wirkung im Detail

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe des Meerrettichs sind Senfölglykoside, die Glucosinolate. Diese sind geruchlos und nur in frischer Zubereitung wirksam, im getrockneten Zustand werden sie durch pflanzeneigene Enzyme in flüchtige, scharf schmeckende Senföle gespalten, was mit einer Wirkungsabschwächung einhergeht.

Weiterhin sind Ascorbinsäure (Vitamin C, ca. 0,6%), Vitamin B1 (ca. 500 μg/ 100g), Flavonoide (pflanzliche Farbstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung), und Kaliumsalze enthalten.

Aufgrund des scharfen Geschmackes kommt es zu einer Anregung von Magensaft und Gallensäure und einer appetitanregenden Wirkung. Nachgewiesen wurde ferner eine direkt krampflösende Wirkung auf glatte Muskulatur der inneren Organe.

Die Senföle wirken auf Bakterien und bestimmte Pilze (Candida albicans) keimhemmend. Ein Effekt ist auch bei Viren gegeben. Hinweise liegen auf eine immunstimulierende Wirkung vor. Der Meerrettich eignet sich zur ausserdem Behandlung bakterieller Harnwegsinfekte. Die Aufnahme von 10–25 g zerriebener Meerrettichwurzel führt innerhalb von 1–3 Std. zur Ausscheidung wachstumshemmender Substanzen auf Bakterien.

Äußerlich verwendet kann Meerrettich aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung bei Muskelschmerzen, Gicht und rheumatischen Beschwerden eingesetzt werden. In Form eines Breiumschlags wird Meerrettich bei Kopfschmerzen in den Nacken, bei Sinusitiden auf die Nasennebenhöhlen sowie bei Zahnschmerzen auf die Wange gelegt. Wegen der schleimhautreizenden Wirkung sollte die Anwendung nicht länger als 4–6 Wochen dauern.

Winterliche Gesundheits- und Genusskur

Was im Frühling der Bärlauch ist, kann im Winter der Meerrettich sein. In geringen Mengen, dafür möglichst zwei, drei Wochen lang jeden Tag, roh zubereitet und nach Belieben und Gusto kombiniert, verspricht er nicht nur vielfältigen Genuss, sondern beugt auch Infektionen vor und wappnet das Immunsystem. Meerrettich wirkt sich ausserdem günstig auf die Lymphe aus. Oft verschwinden hartnäckige Störungen und Leiden der Lymphe, wenn man täglich 1 Teelöffel davon einnimmt.»

28.05.2018 / Dominik Arnold
Quelle: https://www.kneippianum.de/blog/ sowie https://www.zentrum-der-gesundheit.de/

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